25. März
![]()
Und was für ein Leben. Und was für eine Geburtstagsparty.
Der Überlebende des Konzentrationslagers KZ Buchenwald, Andrei Iwanowitsch Moiseenko aus Minsk (Belarus), war auch in diesem Jahr anlässlich des Gedenkens an die Befreiung am 11. April 2026 in Weimar. Dieses Jahr war für ihn jedoch ein besonderer Anlass, nach Deutschland zu kommen: Am 1. Mai 2026 feierte er seinen 100. Geburtstag – in dem Land, das ihm einst unermessliches Leid zufügte und in dem er heute uneingeschränkte Freundschaft erfährt.
Wenn ein 100-Jähriger, der Armut, Hunger, Krieg, KZ-Haft, Zwangsarbeit und Diktatur erlebt hat, das Lied „Ich liebe dich Leben“ singt, entsteht ein Moment der Stille. Sein Leben steht für Würde, Lebensfreude und die unerschütterliche Neugier auf die Welt. Trotz aller Brüche blieb sein Glaube an das Gute erhalten – ein Vermächtnis, das weit über seine persönliche Geschichte hinausreicht.
Im April nutzte Andrei Iwanowitsch die Zeit vor allem für Begegnungen mit jungen Menschen. In Städten wie Leipzig, Dresden, Chemnitz, aber auch in kleineren Städten wie Zwenkau, Annaberg-Buchholz, Hoyerswerda und Bautzen, beantwortete zahlreiche Fragen, teilte seine Geschichte. Den Auftakt bildete jeweils der Dokumentarfilm „Ja, Andrei Iwanowitsch“ (2018) von Hannes Farlock – eine eindrucksvolle Annäherung an sein Leben.
Solche Begegnungen sind nicht selbstverständlich. Dank gilt den Förderern in Sachsen, dem SMK den Teams der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig sowie der Landesservicestelle für Lernortfahrten und der Brücke/Most-Stiftung für die Organisation. Der größte Dank jedoch gebührt Hannes Farlock, der diese Erinnerungsarbeit sichtbar macht und seit Jahren begleitet.
Die Arbeit der Landesservicestelle wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.